Maha Mantra & Making off

Man weiß von mir, dass ich Gott-verbunden bin – nicht im Sinne einer abrahamitischen Religion, sondern im vedischen: Ich folge dem Hinduismus, der nicht (wie fälschlicherweise angenommen) viele Götter verehrt, sondern Gottes verschiedenste personifizierten Aspekte, denn Gott ist absolut und daher auch unendlich vielseitig. Die Hindus verehren zumeist die Aspekte Shiva (den Zerstörer) oder Vishnu (den Erhalter), kaum jedoch Brahma (den Erschaffer), allesamt jedoch Krishna (den Alles Anziehenden). Für die Verehrung werden unter anderem Mantras herangezogen, und neben dem OM ist das (bzw. der) Maha-Mantra das bedeutendste – nahezu Jeder hat es schon einmal gehört: „Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare – Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare“.

Mantras können laut oder leise gesprochen oder gesungen werden – man nennt das Chanten oder Kirtan. Die Mantra-Rezitation ist im Gesang oftmals lieblich, im Sprechen hingegen zumeist trocken und manchmal dennoch mit Ansätzen zum Sprechgesang. Man kann die eine Form mögen, die andere weniger, und für westliche Ohren ist die indische Musik etwas gewöhnungsbedürftig, zuweilen sogar unangenehm. Da nun Gott (Krishna) absolut und unendlich vielfältig ist, sind alle Menschen als seine Geschöpfe in seinem Ebenbild ebenfalls unendlich vielfältig, und mich selber drängte es schon seit geraumer Zeit, das (den) Maha-Mantra auf eine sehr moderne und von den bisherigen Formen doch sehr unterscheidenden Art zu interpretieren – Anlass hierfür waren die wenig synchronen und manchmal auch in Sprechgesang übergehenden Rezitationen unter dem YOUTUBE-Kanal VEDAVOX, den ich oft verfolge – Paramshreya möge mir meine Direktheit verzeihen …

Da ich nun moderne elektronische Musik sehr mag, lag es jetzt nahe, sich an einer entsprechenden Vertonung des Maha-Mantra mit Sprechgesang zu versuchen, und das ist dabei herausgekommen:


Konzept & Making off

Jeder Hindu kennt das Volksepos Mahabharat und die heilige Schrift Bhagavad-Gita. Hierin geht es um die Schlacht von Kurukshetra, an der Gott in seiner Inkarnation als Krishna direkt beteiligt ist. In frühen Zeiten waren unter anderem Reiterhorden an den Feldschlachten beteiligt, und somit wurde Pferdegetrappel zum ersten Element des o.a. Mantras – Ajurna als erfolgreicher Krieger und Krishna als sein Wagenlenker rasen heran. Ihre Ankunft wird mit einem Muschelhorn verkündet, dem zweiten Element des Mantras. Um die Ankunft Gottes (Krishnas) in unsere Gegenwart weiter zu verdeutlichen, spricht als drittes Mantra-Element eine weibliche Stimme: „Joy to the world – The Lord is come“ – übrigens ein von Georg Friedrich Händel vertontes und im angelsächsichen Raum weithin bekanntes Weihnachtslied. Das vierte Mantra-Element ist dann das (der) von einer weiblichen und einer männlichen Stimme im Wechsel und auch gemeinsam rezitierte Maha-Mantra

Die gesamte Vertonung wurde mit ausgewählten und von AMPIFY produzierten Sound-Elementen unterlegt. Das ca. 12-sekündige Pferdegetrappel habe ich von Sound-Illusion bezogen, das 3-fache Muschelhorn von PIXABAY-Sounds und die Stimmen über Text to speech online halbautomatisch generieren lassen.

Das (der) modern interpretierte Maha-Mantra ist mittlerweile mit kontroversen Empfindungen angekommen – genau so kontrovers oder (besser gesagt:) vielseitig, wie Gott (Krishna) in seiner Absolutheit selber auch ist – und so war es ursprünglich auch beabsichtigt – Hare Krishna

Porträts: Astrid

Man kann die Vergangenheit leider nicht ändern, sich aber oft und gerne an die schönen Zeiten erinnern. In diesem Sinne haben wir mit PhotoLab versucht, auf der Grundlage eines 1987 in Thüringen angefertigten Fotos Astrid (damals 29) auch noch einmal in verschiedenen imaginären Lebenssituationen zu gedenken:

Käpt’n Blaubär zu Shitstorms

Dass unsere Gesellschaft seit einigen Jahren zunehmend verroht, ist wohl Keinem entgangen – auch Käpt’n Blaubär nicht. Aber ein alter Seebär lässt sich nicht so leicht in de Flüstertüte pinkeln, er ist der Sache auf den Grund gegangen und fand noch zum Jahresende 2019 eine nachhaltige Lösung:

Quelle: WDR Mitternachtsspitzen vom 21.12.2019

Und was macht das mit Dir … ?

Diese weithin bekannte Frage von „Psychoanalytikern“ wurde mir kürzlich in einem Gespräch selber gestellt, als ich eine Situation schilderte, in der ich mich gerade befand – aber ich hasse gerade diese Frage:

Wenn man eine Situation schildert, stellt man diese als Beobachter mit den eigenen Augen dar, und wenn man diese Schilderung noch mit Gefühlen unterlegt, so zeugen doch bereits diese Gefühle davon, was diese Situation mit mir macht – warum also nochmals diese überflüssige Fragestellung … ?

Es gibt da offensichtlich einen gewissen Personenkreis von (auch selbsternannten) „Psychoanalytikern“, der grundsätzlich immer einen „wohlgemeinten Rat“ auf den Lippen hat oder sich gerne eine Stunde lang zurücklehnt, dem Redner zuhört, ihn dabei in eine Schublade einzuordnen versucht und eventuell sogar die „psychoanalytische Session“ abrechnet – der Klient geht mit ein paar Fragezeichen mehr nach Hause, aber wirklich weiser geworden ist er dabei nicht …

Geht es tatsächlich darum, jede Situation, die Gefühle hervorruft, tiefgründig zu analysieren und die Ursache aller Ursachen für diese Gefühle irgendwann einmal herauszupulen, oder geht gerade darum, diese Gefühle einfach nur zu generieren und auch zu durchleben ? Ich persönlich denke, dass jeder Mensch gerade deshalb gewissermaßen exentrisch und unvollkommen ist, damit er in bestimmten Situationen Gefühle erzeugt und als ein Erfahrungsfeld im Universum hinterlässt – es ist dann also vielmehr der Weg (Gefühle zu generieren) das Ziel als viel weniger die Ursachen für solche Gefühle künftig zu vermeiden – was war, ist ohnehin nicht mehr zu ändern …

Der geneigte Leser denke einmal darüber nach, ob es sich wirklich lohnt, mit zahlreichen (Selbst-) Analysen die schöne Zeit zu vergeuden … 😉